Dünger selber machen in der Wohnung: So geht’s geruchsfrei

Stell dir vor, du stehst am Fensterbrett, deine Zimmerpflanzen sehen müde aus, und die Frage bleibt: Warum Geld für Dünger ausgeben, wenn die Lösung in deinem Biomüll liegt? Dünger selber machen in der Wohnung klingt erst einmal nach Risiko – Geruch, Ungeziefer, komplizierte Pflege. Doch mit der richtigen Methode wird dein Wohnzimmer zum Mini-Labor, in dem aus Küchenabfällen hochwertiger Wurmhumus oder nährstoffreicher *Bokashi-Saft entsteht. Keine Hexerei, nur ein bisschen Biologie und ein klarer Plan. In diesem Artikel zeige ich dir zwei wohnzimmertaugliche Wege, erkläre Schritt für Schritt die Umsetzung und verrate, wie du Gerüche vermeidest, richtig dosierst und häufige Fehler umgehst. Am Ende weißt du genau, ob eine *Wurmkiste Wohnung oder ein *Bokashi Eimer besser zu deinem Alltag passt – und deine Pflanzen werden es dir danken.


Warum überhaupt Dünger in der Wohnung herstellen

Die meisten organischen Dünger aus dem Handel sind teuer, und du weißt nie genau, was drin steckt. Kaffeesatz und Eierschalen sind beliebte Hausmittel, aber sie liefern nur begrenzt steuerbare Nährstoffe. Wurmhumus und *Bokashi dagegen entstehen durch kontrollierte Prozesse, die Mikroorganismen und Würmer gezielt nutzen. Das Ergebnis sind flüssige und feste Dünger, die du exakt dosieren kannst – ideal für Zimmerpflanzen Dünger selber machen. Gleichzeitig reduzierst du deinen Biomüll und schließt deinen eigenen Nährstoffkreislauf, ohne Garten oder Balkon.

Der Clou: Beide Methoden funktionieren geruchsfrei, wenn du ein paar Grundregeln beachtest. Während eine *Wurmkiste aerob arbeitet und bei richtiger Pflege nach Walderde riecht, läuft *Bokashi anaerob ab und erzeugt einen säuerlichen Geruch nur beim Öffnen – der Eimer selbst bleibt luftdicht. Für Wohnzimmer, Küche oder Flur sind beide Systeme geeignet, du musst nur wissen, welches zu deinem Rhythmus passt.


Wurmkiste vs. Bokashi: Die Entscheidungsmatrix für dein Wohnzimmer

Bevor du loslegst, solltest du verstehen, wie sich beide Systeme unterscheiden. Eine *Wurmkiste ist ein aerobes System: Kompostwürmer der Art Eisenia fetida zersetzen Bioabfälle in Anwesenheit von Sauerstoff. Das dauert länger, etwa zwei bis vier Monate, bis fertiger Wurmhumus entsteht. Dafür ist der Prozess geruchsneutral, solange Feuchtigkeit und Luftzufuhr stimmen. Du bekommst zwei Produkte: festen Wurmhumus für Topfpflanzen und flüssigen Wurmtee, den Sickersaft, der sich unten sammelt.

Ein *Bokashi Eimer arbeitet anaerob: Effektive Mikroorganismen (EM) fermentieren die Abfälle in einem luftdichten Behälter. Das geht schneller, etwa zwei bis drei Wochen, und du erntest regelmäßig *Bokashi-Saft. Dieser Saft ist hochkonzentriert und riecht stark säuerlich – du verdünnst ihn vor dem Gießen. Der fermentierte Feststoff muss anschließend noch kompostiert oder vergraben werden, ist also kein sofort nutzbarer Dünger. Für Wohnungen ohne Außenbereich bedeutet das: Du brauchst einen zweiten Schritt oder gibst den Feststoff ab.

Meine Empfehlung: Wenn du Platz hast und geduldig bist, nimm die *Wurmkiste – sie liefert direkt verwendbaren Humus und Tee. Wenn du schnell flüssigen Dünger willst und den Feststoff anderweitig loswirst, ist *Bokashi deine Wahl. Für reine Zimmerpflanzen Dünger selber machen ist die *Wurmkiste mein Favorit, weil du beide Produkte indoor nutzen kannst.


Wurmkiste für die Wohnung: Material, Aufbau und Startmaterial

Du brauchst eine Box mit Deckel, idealerweise aus Holz oder undurchsichtigem Kunststoff, Volumen etwa 40 bis 60 Liter für einen Zwei-Personen-Haushalt. Wichtig ist eine Abtropfebene unten, damit sich Flüssigkeit sammeln kann, ohne dass die Würmer darin baden. Entweder kaufst du ein fertiges System mit Hahn oder baust selbst: zwei gestapelte Boxen, die untere mit Ablauf, die obere mit Löchern im Boden.

Als Startmaterial füllst du die Kiste etwa zu einem Drittel mit angefeuchteter Kokosfaser oder zerrissener Pappe – das ist das Substrat, in dem die Würmer leben. Darauf kommen etwa 500 Gramm Kompostwürmer, die du online oder im Fachhandel bestellst. In den ersten zwei Wochen fütterst du nur kleine Mengen, damit sich die Würmer eingewöhnen. Danach kannst du wöchentlich etwa 500 Gramm Bioabfall zugeben, immer gut zerkleinert und unter das Substrat gemischt.

Standort: schattig, konstante Raumtemperatur zwischen 18 und 25 Grad. Unter 5 Grad werden die Würmer inaktiv, über 30 Grad kritisch. Im Winter kannst du die Kiste vom Balkon ins Wohnzimmer holen, im Sommer reicht ein kühler Flur. Das Substrat sollte „wringfeucht“ sein – wenn du eine Handvoll drückst, dürfen maximal ein paar Tropfen kommen. Zu trocken wird es selten, zu feucht ist der Hauptfehler.


Wurmtee Verdünnung und Anwendung: Der Dosier-Spickzettel

Wurmtee wird in der Küche in eine Gießkanne verdünnt eingefüllt

Wurmtee ist der flüssige Schatz deiner *Wurmkiste. Er sammelt sich unten und wird über den Hahn abgelassen. Pur ist er zu konzentriert und kann Wurzeln verbrennen. Die Faustregel lautet: Verdünne Wurmtee im Verhältnis eins zu zehn mit Wasser. Für sensible Zimmerpflanzen wie Farne oder Orchideen starte vorsichtiger mit eins zu zwanzig und beobachte die Reaktion.

Teste immer erst an einer Pflanze oder am Topfrand, bevor du alle Töpfe gießt. Gib den verdünnten Tee direkt auf die Erde, nicht auf Blätter – das vermeidet Flecken und Geruch. Einmal pro Woche bis alle zwei Wochen reicht völlig, je nach Wachstumsphase der Pflanze. Im Winter, wenn viele Zimmerpflanzen Ruhepause halten, reduzierst du auf einmal im Monat oder pausierst ganz.

Falls du wenig Sickersaft erntest, ist das normal – gesunde Wurmkisten produzieren nicht immer viel Leachate. Das ist kein Zeichen für ein Problem, solange der Wurmhumus gut aussieht. Du kannst den Tee auch im Kühlschrank lagern, maximal zwei Wochen, danach verliert er an Wirkung.


Bokashi Eimer in der Wohnung: So funktioniert die Fermentation

Ein *Bokashi Eimer besteht aus zwei ineinander gesteckten Eimern: Der obere hat Löcher im Boden, der untere fängt den Saft auf. Du gibst täglich oder jeden zweiten Tag Küchenabfälle hinzu, drückst sie fest an (Luftausschluss) und bestreust jede Schicht mit EM-Kleie – das sind die Effektiven Mikroorganismen, die die Fermentation starten. Der Deckel muss luftdicht schließen, sonst kippt der Prozess und es fängt an zu faulen.

Nach etwa zwei Wochen ist der Eimer voll und die Fermentation abgeschlossen. Du lässt ihn weitere ein bis zwei Wochen stehen, damit er nachreift. In dieser Zeit zapfst du alle zwei bis drei Tage den *Bokashi-Saft ab – das ist wichtig, sonst wird das Milieu zu sauer und die Mikroorganismen sterben. Der Saft riecht stark säuerlich, fast wie Essig, das ist normal und ein Zeichen für gelungene Fermentation.

Der fermentierte Feststoff sieht aus wie eingelegtes Gemüse und riecht säuerlich-süßlich. Du kannst ihn in Blumenerde einarbeiten (Verhältnis etwa eins zu drei, dann zwei Wochen warten) oder, wenn du keinen Garten hast, verschenken oder in die Biotonne geben. Für reine Indoor-Nutzung ist *Bokashi daher eine Zwischenlösung – der echte Gewinn ist der Saft.


Bokashi-Saft verdünnen: Die richtige Dosierung für Zimmerpflanzen

Bokashi-Saft fließt aus dem Eimer in eine Flasche, EM-Kleie liegt bereit

*Bokashi-Saft ist extrem konzentriert und sauer. Pur würde er Pflanzen schaden. Die empfohlene Verdünnung liegt zwischen eins zu hundert und eins zu zweihundert, je nach Pflanzenart. Für robusten Grünpflanzen wie Monstera oder Efeutute startest du mit eins zu hundert, für empfindliche Arten wie Farne mit eins zu zweihundert.

Auch hier gilt: Teste zuerst an einer Pflanze. Gib den verdünnten Saft auf die Erde, nicht auf Blätter, und lüfte danach kurz – der Geruch verfliegt schnell, aber er ist beim Gießen durchaus wahrnehmbar. Verwende den Saft innerhalb von ein bis zwei Tagen nach dem Abzapfen, er verliert rasch an Qualität. Dosiere maximal einmal pro Woche, sonst übersäuerst du die Erde.

Wenn deine Pflanzen gelbe Blätter oder Wachstumsstillstand zeigen, reduziere die Konzentration oder pausiere für zwei Wochen. *Bokashi-Saft ist kein Allheilmittel, sondern ein Boost – weniger ist oft mehr.


Was darf rein, was bleibt draußen: Die Indoor-Futterliste

Beide Systeme vertragen nicht alles. Für *Wurmkiste Wohnung und *Bokashi Eimer gelten ähnliche Regeln, mit kleinen Unterschieden. Generell erlaubt sind: Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teebeutel (ohne Metall-Klammer), zerknüllte Pappe, Eierschalen (zerkleinert). Fleisch, Fisch, Milchprodukte und gekochte Essensreste bleiben draußen – sie locken Ungeziefer an und riechen schnell.

Zitrusschalen sind umstritten: In kleinen Mengen okay, aber sie sind sauer und hemmen die Wurmaktivität. Schneide sie klein und gib nur gelegentlich etwas dazu. Öle und Fette verstopfen das System, Zwiebelschalen und Knoblauch mögen Würmer nicht besonders. Brot und Nudeln quellen auf und können schimmeln, also nur sparsam.

Wichtig für Indoor-Betrieb: Zerkleinere alles auf etwa ein bis zwei Zentimeter Stücke. Je kleiner, desto schneller die Zersetzung und desto geringer das Geruchsrisiko. Füttere regelmäßig, aber in Maßen – lieber zweimal pro Woche kleine Mengen als einmal die Woche eine riesige Ladung. So bleibt das Milieu stabil.


Geruchs-Troubleshooting Schritt für Schritt

Zerrissene Pappe wird in zu feuchte Wurmkiste eingearbeitet, um Geruch zu mindern - Dünger selber machen

Der häufigste Grund für Geruchsprobleme in der *Wurmkiste ist zu viel Feuchtigkeit. Wenn es säuerlich oder faulig riecht, öffne den Deckel und prüfe das Substrat. Ist es matschig oder tropfnass, füge zerknüllte Pappe oder trockene Kokosfaser hinzu und reduziere die Futtermenge. Rühre vorsichtig um, damit Sauerstoff reinkommt – das stoppt anaerobe Fäulnis.

Falls einzelne Stellen schimmeln oder faulen, entferne diese Reste sofort. Schimmel ist an sich nicht schlimm, aber ein Zeichen für Überfütterung. Mische mehr trockenes Material unter und warte ein paar Tage mit der nächsten Fütterung. Wenn die Würmer sich an einer Ecke zusammenballen, ist ihnen etwas zu feucht, zu sauer oder zu warm – checke alle drei Faktoren.

Beim *Bokashi Eimer ist Geruch nur beim Öffnen normal. Riecht es aber auch bei geschlossenem Deckel, prüfe die Dichtung. Oft sitzt der Deckel nicht richtig oder die Gummierung ist porös. Wenn der Saft zu lange im unteren Eimer steht, wird er überreif und stinkt – zapfe ihn konsequent alle zwei Tage ab. Zu wenig EM-Kleie führt ebenfalls zu Fäulnis statt Fermentation – bestreue jede Schicht großzügig.


Temperatur und Feuchtigkeit: Die Betriebsfenster für dein Wohnzimmer

Kompostwürmer sind wechselwarm und brauchen konstante Bedingungen. Optimal sind 18 bis 25 Grad – in diesem Bereich sind sie aktiv und fressen fleißig. Unter 10 Grad verlangsamt sich alles, unter 5 Grad stellen sie die Arbeit ein. Über 30 Grad wird es kritisch, die Würmer flüchten oder sterben. Stelle die Kiste also nicht direkt an die Heizung oder ins Südfenster.

Die Feuchtigkeit im Substrat misst du mit der Handprobe: Drücke eine Handvoll. Es sollte feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm – ein paar Tropfen dürfen kommen, aber kein Wasserstrahl. Zu trocken wird die Kiste kaum, weil Bioabfall selbst Feuchtigkeit mitbringt. Zu feucht ist häufiger: Dann tropft zu viel Sickersaft, das Substrat glänzt oder klebt. Pappe und reduzierte Fütterung lösen das Problem.

*Bokashi ist bei Temperatur unkritischer, solange es nicht gefriert oder über 40 Grad wird. Die Fermentation läuft auch bei Zimmertemperatur gut. Achte nur darauf, dass der Eimer nicht in der prallen Sonne steht – das beschleunigt die Prozesse unkontrolliert.


30-Tage-Eingewöhnungsplan: So startest du richtig

Woche eins: Kiste aufbauen, Startmaterial einfüllen, Würmer einsetzen. Gib maximal 100 Gramm Bioabfall, nur weiches Obst oder Gemüse, gut zerkleinert. Beobachte, ob die Würmer aktiv werden – sie graben sich meist sofort ein. Deckel zu, Ruhe geben.

Woche zwei: Weitere 100 bis 150 Gramm Abfall, diesmal gemischt. Prüfe die Feuchtigkeit – wenn es zu trocken ist (unwahrscheinlich), sprühe leicht mit Wasser nach. Kontrolliere, ob der erste Abfall angefressen wird.

Woche drei: Steigere auf 200 bis 300 Gramm. Mische trockene Pappe unter, etwa im Verhältnis eins zu drei zum feuchten Abfall. Das hält die Balance und liefert Struktur. Prüfe, ob sich unten Sickersaft sammelt – wenn ja, lass ihn ab.

Woche vier: Jetzt läuft das System. Du kannst auf 400 bis 500 Gramm pro Woche hochgehen, je nach Haushaltsgröße. Füttere regelmäßig, immer zur gleichen Zeit, das schafft Routine. Nach vier Wochen siehst du den ersten halbfertigen Wurmhumus unten – krümelig, dunkel, riecht nach Wald.


Material- und Maße-Checkliste: Kaufen oder selber bauen

Wenn du selbst baust, brauchst du zwei stapelbare Kunststoffboxen (etwa 40 Liter), eine davon mit gebohrten Löchern im Boden (Durchmesser 5 mm, etwa 20 Stück). Die untere Box bekommt einen Ablasshahn (gibt es im Baumarkt, Aquaristikbedarf) oder du bohrst ein Loch und setzt einen Gummistopfen ein. Deckel muss nicht luftdicht sein, aber sollte Licht fernhalten.

Für fertigen Wurmhumus brauchst du etwa zwei bis vier Monate. Dann hebst du den oberen Bereich ab (dort sind die Würmer), nimmst den fertigen Humus aus der unteren Schicht und füllst oben neues Startmaterial nach. So rotiert das System endlos.

*Bokashi-Eimer gibt es fertig ab etwa 30 Euro, mit Ablasshahn und Sieb. Bauanleitungen findest du online, aber der Aufwand lohnt kaum – fertige Systeme sind günstig und funktionieren zuverlässig. EM-Kleie kaufst du im Fachhandel oder online, ein Kilo reicht für mehrere Monate. Startmaterial brauchst du hier nicht, nur die Kleie.


Sicherheits- und Hygiene-Hinweise für Wohnraum-Dünger

Wurmtee und *Bokashi-Saft sind organisch und ungiftig, aber konzentriert. Sprühe sie niemals auf Blätter oder in die Luft – das riecht intensiv und kann Flecken hinterlassen. Gieße immer direkt auf die Erde und lüfte danach kurz. Trage beim Umgang mit Sickersaft Handschuhe, nicht wegen Gefahr, sondern wegen Geruch und Sauberkeit.

Wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben, stelle die *Wurmkiste außer Reichweite. Würmer sind harmlos, aber neugierige Katzen oder Kleinkinder könnten die Kiste öffnen. *Bokashi-Eimer gehören ebenfalls hoch oder verschlossen – der Saft ist sauer und sollte nicht getrunken werden.

Arbeite immer auf einer Unterlage oder im Bad/Küche, wo du leicht wischen kannst. Sickersaft tropft manchmal beim Abzapfen, und Wurmhumus ist krümelig. Nach dem Hantieren Hände waschen – nicht wegen Keimgefahr, sondern weil Erde unter den Nägeln unangenehm ist.


Indoor-Hausmittel vs. echte Dünger: Was bringt wirklich was

Kaffeesatz, Eierschalen, Bananenschalen – diese Hausmittel landen oft direkt auf der Blumenerde. Problem: Du weißt nie genau, welche Nährstoffe in welcher Menge ankommen. Kaffeesatz liefert Stickstoff, aber langsam und unkontrolliert. Eierschalen brauchen Monate, bis Kalzium verfügbar wird. Bananenschalen schimmeln schnell und locken Fruchtfliegen.

Wurmhumus und *Bokashi-Saft dagegen sind durch Mikroorganismen aufgeschlossen – die Nährstoffe sind sofort verfügbar. Du kannst dosieren, testen und anpassen. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen „irgendwas Organisches draufwerfen“ und „gezielt düngen“. Für Zimmerpflanzen, die oft in kleinen Töpfen mit begrenzter Erde stehen, macht das den Unterschied zwischen mickrigem und kräftigem Wachstum.

Wenn du trotzdem Hausmittel verwenden willst, gib sie in die *Wurmkiste – dort werden sie zersetzt und kontrolliert. So holst du das Beste aus beiden Welten.


FAQ

Wie lange dauert es, bis ich den ersten Dünger ernten kann?

Bei der *Wurmkiste zapfst du nach etwa drei bis vier Wochen den ersten Wurmtee ab. Fertiger Wurmhumus ist nach zwei bis vier Monaten erntereif. Beim *Bokashi-Eimer erntest du den ersten Saft schon nach einer Woche, der fermentierte Feststoff ist nach zwei bis drei Wochen fertig.

Riecht eine Wurmkiste wirklich nicht?

Eine gesunde *Wurmkiste riecht nach Walderde – angenehm erdig, nicht faulig. Geruchsprobleme entstehen nur bei Überfütterung, zu viel Feuchtigkeit oder falschen Abfällen. Mit richtiger Pflege bleibt sie geruchsneutral.

Kann ich auch nur Bokashi oder nur Wurmkiste nutzen?

Ja, du musst dich nicht entscheiden. Viele Nutzer starten mit *Bokashi, weil es schneller geht, und steigen später auf *Wurmkiste um, weil die vielseitiger ist. Beide Systeme laufen unabhängig.

Was passiert, wenn ich im Urlaub bin?

Die *Wurmkiste kommt etwa vier Wochen ohne Fütterung aus, die Würmer fressen dann altes Substrat. *Bokashi pausierst du einfach – der volle Eimer reift in Ruhe weiter. Beide Systeme sind urlaubstauglich.

Lockt eine Wurmkiste Ungeziefer an?

Nur bei falscher Fütterung. Vermeide Fleisch, Milch und gekochte Reste, dann kommen keine Fliegen oder Ameisen. Fruchtfliegen können auftreten, wenn du zu viel weiches Obst auf einmal gibst – mische immer Pappe unter.

Wie viel Platz brauche ich für eine Wurmkiste?

Eine 40-Liter-Kiste hat etwa die Grundfläche von 50 x 40 cm und ist 40 cm hoch – passt unter einen Tisch oder in eine Ecke. *Bokashi-Eimer sind kleiner, etwa wie ein Mülleimer.

Kann ich Wurmhumus auch für Gemüse im Topf nutzen?

Absolut. Wurmhumus eignet sich für alles: Zimmerpflanzen, Kräuter, Gemüse auf dem Balkon. Mische ihn im Verhältnis eins zu drei unter die Blumenerde oder gib ihn als Topdressing oben auf.

Wie merke ich, ob meine Verdünnung richtig ist?

Wie merke ich, ob meine Verdünnung richtig ist?

Beobachte deine Pflanzen in den ersten Tagen nach dem Düngen. Neue Triebe und sattgrüne Blätter sind gute Zeichen. Gelbe Blattränder, Welke oder verbrannte Spitzen bedeuten: zu konzentriert. Dann verdünnst du beim nächsten Mal stärker und wartest zwei Wochen, bevor du wieder düngst.

Sterben die Würmer, wenn ich mal vergesse zu füttern?

Nein, Würmer sind genügsam. Sie fressen auch altes Substrat und Pappe, wenn kein frischer Abfall kommt. Kritisch wird es nur, wenn die Kiste komplett austrocknet oder über 30 Grad heiß wird – das passiert indoor selten.

Kann ich Bokashi-Saft auch für Hydroponik nutzen?

Theoretisch ja, aber mit Vorsicht. *Bokashi-Saft enthält viele organische Bestandteile, die Hydroponiksysteme verstopfen können. Besser ist Wurmtee, stark verdünnt. Wenn du *Bokashi nutzt, filtere den Saft vorher durch ein feines Tuch und teste an einer Pflanze.


Fazit

Dünger selber machen in der Wohnung ist keine Spinnerei, sondern ein funktionierendes System, das dir hochwertige Nährstoffe liefert und deinen Biomüll sinnvoll verwertet. Die *Wurmkiste ist der Allrounder für Geduld und Vielseitigkeit – du bekommst festen Humus und flüssigen Tee, beide direkt einsetzbar. Der *Bokashi Eimer ist der Sprinter für schnellen Flüssigdünger, braucht aber einen zweiten Schritt für den Feststoff. Beide Wege funktionieren geruchsfrei, wenn du Feuchtigkeit, Fütterung und Luftzufuhr im Griff hast. Starte mit kleinen Mengen, beobachte deine Pflanzen und passe die Dosierung an. In ein paar Wochen wirst du sehen: Dein Wohnzimmer ist längst ein Labor, und niemand hat es gerochen. Probiere eine der beiden Methoden aus, nutze die Dosiertabellen und die Troubleshooting-Tipps – und teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren.

Bildquellen

  • Verdünnter Wurmtee: Erde und Ernte
  • Bokashi-Eimer: Erde und Ernte
  • Geruchs-Troubleshooting: Erde und Ernte
Hinweis zu mit * gekennzeichneten Links
Bei Links, die mit einem Sternchen (*) markiert sind, handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Wenn Sie über einen solchen Link ein Produkt erwerben, erhalte ich eine kleine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Die Empfehlung eines Produkts erfolgt unabhängig von einer möglichen Vergütung. Die so erzielten Einnahmen helfen, dieses Onlineangebot zu finanzieren. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen