Du willst jetzt Gründüngung aussäen – Phacelia & Klee – und suchst klare Mengen, Zeiten und Schritte? Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du in deutschen Gärten zügig Boden bedeckst, Nährstoffe bindest und Beete winterfit machst. Phacelia schließt Lücken schnell und friert meist ab, Klee stabilisiert als Leguminose den Stickstoffhaushalt. Unten findest du Zeitfenster, Saatmengen je m², Saattiefe, einen 7-Schritte-Ablauf und die passende Pflege bis zum Frühjahr.
Inhaltsverzeichnis
Warum Phacelia & Klee?
Phacelia (Büschelblume) bildet rasch einen dichten Teppich, beschattet den Boden und unterdrückt Beikräuter. Sie ist fruchtfolgeneutral, eignet sich daher als Lückenfüller zwischen Kulturen und friert in der Regel im Winter ab – der Pflanzenrest bleibt als Mulch liegen.
Klee (z. B. Inkarnatklee, Rotklee) gehört zu den Leguminosen. Mit Rhizobien an den Wurzeln bindet er Luftstickstoff und verbessert so die N-Versorgung der Folgekultur. Klee ist je nach Art winterfest bis überjährig und wird im Winter als niedriger „Grünteppich“ durch Schnitt kurz gehalten.
Wann säen? Zeitfenster DE (inkl. Herbst-Cut-offs)
Stand: September 2025. In Deutschland gilt: frühzeitig säen, damit Bestände vor dem Winter ausreichend Blattmasse bzw. Wurzelwerk aufbauen.
- Frühjahr (März–Mai): Phacelia nach Abräumen früher Kulturen; Klee als Untersaat oder Reinsaat auf vorbereiteten Flächen.
- Sommer (Juni–August): Idealfenster für schnelle Bodendeckung (Phacelia) und stabile N-Fixierung (v. a. Inkarnatklee im Spätsommer).
- Herbst (September, ggf. Oktober je Region):
- Phacelia: säen, wenn noch 6–8 Wochen Vegetationszeit bis zum ersten stabilen Frost zu erwarten sind. Ziel ist eine geschlossene Decke, die später abfriert und als Mulch liegen bleibt.
- Klee (v. a. Inkarnat): spätestens bis Mitte/Ende September etablieren, damit Wurzeln und Blattmasse froststabil werden. In rauen Lagen früher säen.
Cut-offs (Faustregeln): Phacelia: solange säen, wie 6–8 Wochen Wachstum realistisch sind. Klee: spätestens bis Ende September aufgelaufen; später nur in milden Regionen und geschützter Lage sinnvoll.
Wie viel Saatgut je m²? (Dosierungs-Tabelle)
Die empfohlenen Saatmengen schwanken je nach Quelle, Saatgutfraktion und Ziel (Bienenweide vs. Gründüngung). Für den Hobbygarten hat sich folgende Orientierung bewährt (Bandbreiten entsprechend Quellenlage; vgl. Quellen unten):
| Art | Ziel | Saatmenge je m² | Saattiefe | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Phacelia | Gründüngung | 4–12 g/m² | 1–2 cm | breitwürfig, leicht einharken/andrücken; Keimphase feucht halten |
| Phacelia | Bienenweide | ~6–8 g/m² | 1–2 cm | Reihensaat erleichtert Pflege; Reihen 15–30 cm |
| Inkarnatklee | Gründüngung | 20–30 g/m² | 0–1 cm | feines Saatgut mit Sand mischen; nur flach bedecken/andrücken |
| Rotklee | Gründüngung | 10–20 g/m² (Breitsaat) | 0–1 cm | sehr flach arbeiten; als Licht-/Feinsämerei nur andrücken oder dünn bestreuen |
Praxis-Tipp: Für eine gleichmäßige Verteilung Saatgut mit trockenem feinem Sand (z. B. 1 : 5) mischen. Das verbessert die Sichtbarkeit der Streuspuren und verhindert Nester.
Aussaat in 7 Schritten

- Räumen & ebnen: Pflanzenreste entfernen, Oberfläche mit Rechen feinkrümelig herstellen.
- Abmessen: Fläche bestimmen, Saatmenge je m² nach Tabelle dosieren.
- Mischen: Saatgut mit Sand mischen (1 : 5 bis 1 : 10), damit die Streuung gleichmäßig gelingt.
- Streuen: breitwürfig in Kreuzgängen ausbringen; bei Reihensaat Phacelia 15–30 cm Reihenabstand.
- Einarbeiten/Andrücken: Phacelia 1–2 cm einharken und flach anwalzen/andrücken; Klee nicht tief vergraben, nur hauchdünn bedecken oder andrücken (0–1 cm).
- Angießen: feine Brause, keine Pfützen; Keimphase konstant feucht halten (7–14 Tage).
- Kontrolle: Lücken mit Restmischung nachstreuen; bei Starkregen Kruste vorsichtig aufbrechen.
Praxis-Matrix: Bodentyp × Ziel
- Sandboden – schnelle Bedeckung: Phacelia. Flach einarbeiten (1–2 cm), zügige Bedeckung gegen Verdunstung. Spätherbst: abfrieren lassen → Mulch.
- Lehmboden – Struktur + N-Plus: Inkarnatklee. Flach säen (0–1 cm), feucht halten. Im Winter kurz halten (Schnitt), im Frühjahr als Mulch/Grünschnitt nutzen.
- Mischboden – Lückenfüller: Phacelia Solo oder dünne Phacelia-/Klee-Folge (erst Phacelia, danach Klee auf Restflächen), damit sich Arten nicht gegenseitig bedrängen.
- Beikrautdruck hoch: Phacelia etwas dichter innerhalb der Bandbreite; früh andrücken, schnell schließen.
- N-Aufbau für Starkzehrer: Inkarnatklee/Rotklee, Bestand als niedrigen Teppich führen (Schnitt).
Pflege & Management (Abfrieren, Mahd, Einarbeiten)

Phacelia: Bis zum Frost wachsen lassen, dann abfrieren und als Mulch liegen lassen. Erst vor der Frühjahrsbestellung flach einarbeiten oder nur streifenweise öffnen (No-Dig-freundlich).
Klee: Über Winter kurz halten (Schnitt auf 5–8 cm), damit der Bestand nicht verfilzt. Im Frühjahr als Mulch liegen lassen oder flach einarbeiten. Klee nicht zu tief umbrechen, um Bodenstruktur zu schonen.
Wasser & Nachsaat: Keimphase feucht, später nur bei anhaltender Trockenheit beregnen. Lücken zügig nachsäen (gleiche Mischung), solange Bodentemperaturen passen.
Häufige Fehler & Fixes bei Gründüngung
- Zu späte Herbstaussaat: Phacelia schließt nicht mehr –> früher säen oder auf Klee im Spätsommer setzen.
- Zu tiefe Ablage bei Klee: Keimt lückig –> nur andrücken/0–1 cm bedecken.
- Verkrustung nach Starkregen: Feinkrümelige Kruste mit Rechen aufbrechen, Feuchtigkeit halten.
- Nestbildung: Saatgut mit Sand mischen, in Kreuzgängen streuen.
- Verfilzung bei Klee: Winterpflegeschnitt einplanen.
Mini-Cases: 3 Beispielbeete
Sandiger Gemüsegarten, 10 m²: Ziel: schnelle Bedeckung. Phacelia 6–10 g/m², 1–2 cm einarbeiten, andrücken, feucht halten. Abfrieren lassen; Mulch bis März liegen lassen.
Schwerer Lehmboden, 12 m²: Ziel: N-Stabilisierung. Inkarnatklee 20–30 g/m², 0–1 cm, zügig feucht halten. Winter: 1–2 Schnitte. Frühjahr: flach einarbeiten oder als Mulch für Kohl nutzen.
Mischboden Hochbeet-Folge, 4 m²: Ziel: Lückenschluss bis Winter. Ende August Phacelia 8 g/m², Anfang Oktober nicht mehr nachsäen; alternative Spätsaat vermeiden.
Gründüngung – FAQ

Kann ich Phacelia und Klee mischen?
Im Hobbygarten meist besser nacheinander statt als Gemisch, damit sich die Arten nicht gegenseitig bedrängen. Mischungen nur bei klarer Zielsetzung und ausreichender Fläche.
Wie tief säe ich richtig?
Phacelia: 1–2 cm flach einarbeiten. Klee: 0–1 cm, oft reicht Andrücken. Feinsämereien keimen schlechter, wenn sie zu tief liegen.
Was tun, wenn der Aufgang lückig ist?
So früh wie möglich nachstreuen (gleiche Mischung), Boden vorher anfeuchten, anschließend andrücken.
Abfrieren lassen oder einarbeiten?
Phacelia abfrieren lassen und als Mulch liegen lassen. Klee kurz halten, im Frühjahr je nach Beetplanung flach einarbeiten oder mulchen.
Geht Gründüngung auch im Oktober?
Nur in milden Lagen und auf warmem Boden sinnvoll. Faustregel: Es müssen noch 6–8 Wochen Wachstum bis zum ersten stabilen Frost möglich sein (Phacelia). Klee sollte bis Ende September etabliert sein.
Schadet Klee der Fruchtfolge?
Klee ist eine Leguminose; Folgekulturen aus derselben Familie (Erbsen/Bohnen) können Risiken erhöhen. In Mischungen und mit ausreichenden Pausen arbeiten.
Wie erkenne ich, ob ich genug gesät habe?
Nach 10–14 Tagen sollte der Boden weitgehend bedeckt sein (Phacelia) bzw. ein gleichmäßiger Teppich entstehen (Klee). Sonst punktuell nachsäen.
Bewässerung in der Keimphase?
Konstant feucht, aber keine Pfützen. Feine Brause, ggf. *Vlies als Feuchteschutz.
Fazit
Gründüngung aussäen – Phacelia & Klee gelingt, wenn Saatmenge je m², Saattiefe und Zeitfenster stimmen. Phacelia schließt Lücken und friert ab, Klee liefert Stickstoff und übersteht den Winter als kurzer Teppich. Folge dem 7-Schritte-Ablauf und nutze die Matrix für deinen Bodentyp. Mehr erfahren im Leitfaden.
Bildquellen
- Saatgut mit Sand mischen: Erde und Ernte
- Streuen und andrücken: Erde und Ernte
- Herbstmanagement – Mulch vs. Schnitt: Erde und Ernte
- Vorher Nachher Bodenstruktur: Erde und Ernte
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