Kartoffeln lagern im Keller war für frühere Generationen selbstverständlich. Ganze Wintervorräte hielten monatelang in einfachen Holzkisten. Heute klappt das oft nicht mehr so gut. Doch woran liegt das – und wie kannst du deine Ernte trotzdem erfolgreich einlagern? In diesem Beitrag erfährst du die 7 wichtigsten Tipps, wie du Kartoffeln im Keller richtig lagerst und lange haltbar machst.
In diesem Beitrag erfährst du:
- welche Bedingungen in alten Kellern für perfekte Lagerung sorgten,
- warum moderne Bauweisen Probleme bereiten,
- wie du Kartoffeln auch heute erfolgreich im Keller lagern kannst,
- welche Alternativen es gibt, wenn dein Keller nicht geeignet ist.
Inhaltsverzeichnis
Warum Kartoffeln lagern im Keller früher so gut funktionierte
1. Natürliche Temperaturen
Frühere Keller in Altbauten waren unbeheizt und hatten ganzjährig Temperaturen von 4 bis 8 Grad Celsius. Diese kühle Umgebung war nahezu ideal: Keimung wurde verzögert, und die Stärke wandelte sich nicht in Zucker um – die Kartoffeln schmeckten also nicht süßlich.
2. Hohe Luftfeuchtigkeit
Die Wände aus Naturstein oder Ziegeln hielten Feuchtigkeit im Raum. Dadurch blieb die Luftfeuchtigkeit hoch, was Austrocknen und Schrumpeln verhinderte. Die Knollen blieben über Monate prall und frisch.
3. Natürliche Belüftung
Kleine Kellerfenster oder Lüftungsschächte sorgten für kontinuierlichen Luftaustausch. Feuchtigkeit konnte entweichen, frische Luft strömte nach. So hatten Schimmel und Fäulnis kaum eine Chance.
4. Holzkisten statt Plastik
Holzkisten waren ein idealer Lagerort: atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und förderlich für die „Atmung“ der Kartoffeln. Kondenswasser, wie es in Plastikboxen entsteht, gab es nicht.
Warum Kartoffeln lagern im Keller heute oft nicht mehr funktioniert
1. Dicht isolierte Keller
Moderne Keller sind auf Energieeffizienz ausgelegt. Sie sind wärmer, isolierter und oft deutlich über 15 Grad – viel zu warm für die Lagerung von Kartoffeln.
2. Geringe Luftfeuchtigkeit
Trockenbau und Beton sorgen für trockene Luft. Kartoffeln verlieren darin schnell Wasser, schrumpeln und werden runzlig.
3. Fehlende Belüftung
Neue Keller sind luftdicht. Ohne Luftzirkulation staut sich Feuchtigkeit, und Schimmel breitet sich rasch aus.
4. Falsche Lagergefäße
Viele lagern ihre Kartoffeln heute in Plastiktüten oder geschlossenen Behältern. Dort entsteht Kondenswasser – ein perfekter Nährboden für Fäulnis.

7 Tipps: Kartoffeln im Keller heute richtig lagern
1. Den richtigen Ort wählen
Kartoffeln lagern im Keller, nicht jeder ist geeignet. Optimal sind Temperaturen zwischen 4 und 8 Grad. Wenn dein Keller zu warm ist, eignen sich auch Garage, Schuppen oder ein unbeheizter Nebenkeller. So kannst du trotzdem Kartoffeln im Keller lagern.
2. Das richtige Gefäß nutzen
Am besten geeignet: Holzkisten, Jutesäcke oder Weidenkörbe. Diese Materialien sind atmungsaktiv und verhindern Kondenswasser.
3. Dunkelheit sicherstellen

Kartoffeln dürfen nicht dem Licht ausgesetzt sein, sonst bildet sich Solanin – ein giftiger Stoff, der die Knollen grün färbt. Ein Jutesack oder dunkles Tuch als Abdeckung genügt.
4. Luftzirkulation beachten
Die Kisten nicht direkt an die Wand stellen, sondern mit etwas Abstand. So kann die Luft frei zirkulieren.
5. Regelmäßig kontrollieren

Eine wöchentliche Kontrolle reicht: Faule oder keimende Kartoffeln sofort entfernen, damit sie die restliche Ernte nicht anstecken.
6. Haltbarkeit verlängern
Gut gelagerte Kartoffeln halten mehrere Monate. Besonders späte Sorten wie Linda, Bintje oder Agria sind sehr lagerfähig. Frühkartoffeln eignen sich dagegen kaum für die Langzeitlagerung.
7. Lagerbedingungen optimieren
Wenn die Luft im Keller zu trocken ist, kann ein Eimer Wasser helfen. Bei zu warmer Lagerung eignet sich auch ein Erdmietenlager im Garten. Damit gelingt das Kartoffeln lagern im Keller fast wie früher.
Praktische Tipps für mehr Erfolg
- Sortenwahl: Späte, festkochende Sorten sind ideal.
- Vorbereitung: Kartoffeln vor der Lagerung nicht waschen, sondern nur Erde abbürsten. Feuchtigkeit beschleunigt Fäulnis.
- Luftfeuchtigkeit verbessern: Ein Eimer Wasser im Keller kann helfen, wenn die Luft zu trocken ist.
- Notlösung: Wenn kein Keller passt, ist ein Erdmietenlager im Garten eine gute Alternative.
Häufige Fehler beim Kartoffeln lagern im Keller
Viele Probleme entstehen durch kleine Fehler, die leicht vermieden werden können. Ein häufiger Irrtum ist es, die Kartoffeln nach der Ernte gründlich zu waschen – dadurch gelangt Feuchtigkeit in die Schale, was die Fäulnis beschleunigt. Ebenso ungünstig ist es, Kartoffeln zusammen mit Äpfeln oder anderen Obstsorten zu lagern. Diese geben das Reifegas Ethylen ab, das die Knollen schneller altern lässt. Auch eine zu dichte Lagerung in großen Mengen kann Probleme bereiten: Besser sind mehrere kleine Holzkisten, die sich leichter kontrollieren lassen. Wer diese Fehler vermeidet, kann Kartoffeln im Keller deutlich länger frisch halten.
FAQ – Kartoffeln lagern im Keller
Wie lange kann man Kartoffeln im Keller lagern?
Späte Sorten halten 3 bis 6 Monate, Frühkartoffeln nur wenige Wochen.
Warum keimen Kartoffeln im Keller?
Zu hohe Temperaturen oder Licht führen zur Keimung. Optimal sind 4 bis 8 Grad und absolute Dunkelheit.
Kann man Kartoffeln in der Wohnung lagern?
Nur kurzfristig. Die Temperaturen sind meist zu hoch, und die Knollen keimen schnell.
Warum dürfen Kartoffeln kein Licht bekommen?
Licht führt zur Bildung von Solanin. Dieses Gift färbt die Knollen grün und macht sie ungenießbar.
Fazit
Früher funktionierte das Kartoffeln lagern im Keller problemlos, weil die Bauweise natürliche Kühlung, Feuchtigkeit und Belüftung bot. Heute sind moderne Keller dafür oft ungeeignet. Mit den richtigen Lagerorten, atmungsaktiven Behältern und regelmäßiger Kontrolle kannst du die Bedingungen jedoch nachahmen. So bleibt deine Ernte über Monate frisch und genießbar.
Bildquellen
- moderne Kartoffellagerung: Erde und Ernte
- Weidekorb mit Kartoffeln: Erde und Ernte
- Händer sortieren Kartoffeln: Erde und Ernte
- Steinkeller mit offenen Holzkisten: Erde und Ernte