Tomaten und Kartoffeln zusammen pflanzen? Warum du das im Garten vermeiden solltest

Viele Hobbygärtner setzen auf Mischkultur, um ihre Beete optimal zu nutzen. Doch nicht jede Kombination bringt Vorteile. Tomaten und Kartoffeln zusammen pflanzen ist besonders kritisch. Auch wenn beide Gemüsesorten beliebt sind, führt ihr gemeinsamer Anbau zu Konkurrenz, Krankheiten und Ernteverlusten. In diesem Artikel erfährst du die wichtigsten Gründe, warum diese Mischkultur nicht funktioniert und welche Alternativen besser sind.


Gleiche Pflanzenfamilie – doppelte Probleme

Tomaten und Kartoffeln gehören beide zur Familie der Nachtschattengewächse. Wer Tomaten und Kartoffeln zusammen pflanzen möchte, sollte wissen: Sie haben nicht nur ähnliche Ansprüche, sondern auch die gleichen Schwächen.

  • gleiche Nährstoffansprüche
  • ähnliche Krankheitsanfälligkeit
  • Befall durch die gleichen Schädlinge

Anstatt sich gegenseitig zu unterstützen, schwächen sie sich.


Konkurrenz um Nährstoffe

Wurzeln von Tomaten und Kartoffeln konkurrieren um Nährstoffe

Wer Tomaten und Kartoffeln im selben Beet pflanzt, schafft einen harten Wettbewerb um Stickstoff, Phosphor und Kalium. Beide sind Starkzehrer – die Folge sind:

  • kümmerliches Wachstum
  • weniger Früchte
  • deutlich geringere Erträge

Gerade in kleinen Beeten wirkt sich das stark aus.


Kraut- und Braunfäule: größtes Risiko beim gemeinsamen Pflanzen

Tomatenpflanzen mit typischen Braunfäule-Flecken

Einer der Hauptgründe, warum du keine Tomaten und Kartoffeln zusammen pflanzen solltest, ist die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans).

  • beginnt meist an den Kartoffeln
  • befällt rasch die Tomaten
  • kann innerhalb weniger Tage ganze Bestände zerstören

Die Krankheit überträgt sich leicht, wenn beide Kulturen nebeneinander stehen.


Probleme in der Fruchtfolge

Auch nacheinander im selben Beet solltest du Tomaten und Kartoffeln nicht pflanzen.

  • Pilzsporen bleiben im Boden
  • starke Auslaugung durch zwei Starkzehrer
  • Bodenmüdigkeit für Folgepflanzen

Empfohlen wird ein Abstand von mindestens 3–4 Jahren.


Bessere Pflanznachbarn für Tomaten

Anstelle von Kartoffeln passen andere Partner besser:

Diese Kombinationen fördern Wachstum und beugen Krankheiten vor.


Bessere Pflanznachbarn für Kartoffeln

Kartoffeln profitieren von:

  • Bohnen (Stickstoffanreicherung)
  • Kohlarten
  • Spinat
  • Kapuzinerkresse

Damit erhältst du gesunde Pflanzen und gute Erträge.


Praktische Tipps für die Beetplanung

Beispiel für gute Beetnachbarn: Tomaten mit Basilikum, Kartoffeln mit Bohnen

Damit du Tomaten und Kartoffeln nicht zusammen pflanzt, sondern erfolgreich trennst, helfen diese Tipps:

  • Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Beeten
  • Tomaten unter Regenschutz anbauen
  • Kartoffeln jährlich das Beet wechseln lassen
  • gezielt passende Nachbarn einplanen

Alternative Standorte und Anbauformen

Wenn im Garten nur wenig Platz vorhanden ist, lässt sich das Problem mit Tomaten und Kartoffeln zusammen pflanzen durch clevere Anbauformen umgehen. Tomaten gedeihen sehr gut in Kübeln oder Hochbeeten, die sich leicht mit einem Regendach schützen lassen. Kartoffeln hingegen können in speziellen Pflanzsäcken oder Türmen kultiviert werden. Auf diese Weise bleibt genügend Abstand zwischen beiden Kulturen, und das Risiko einer Krankheitsübertragung sinkt erheblich. Gleichzeitig wird die Beetfläche im Garten entlastet, da die Kulturen auf verschiedene Standorte verteilt sind.


Erfahrungen aus der Praxis

Viele Hobbygärtner berichten, dass sie trotz Warnungen versucht haben, Tomaten und Kartoffeln zusammen zu pflanzen – meist mit enttäuschendem Ergebnis. Typisch sind Ernteausfälle durch Kraut- und Braunfäule oder deutlich schwächere Pflanzen. Einige berichten auch, dass Tomaten zwar anfangs normal wachsen, aber schon nach wenigen Wochen erste Flecken zeigen, sobald die Kartoffeln im selben Beet reifen. Positive Erfahrungen sind die Ausnahme und hängen fast immer mit sehr trockenen Sommern oder einem Regenschutz für Tomaten zusammen. In den meisten Fällen bestätigt sich jedoch: getrennt angebaut bleiben beide Kulturen gesünder und bringen höhere Erträge.


Fazit

Obwohl beide Kulturen beliebt sind, solltest du niemals Tomaten und Kartoffeln zusammen pflanzen. Sie konkurrieren um Nährstoffe, sind extrem anfällig für die gleiche Krankheit und erschöpfen den Boden. Für gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte gilt: Trenne die Beete und setze auf passende Partnerpflanzen.


FAQ: Tomaten und Kartoffeln zusammen pflanzen

Kann man Tomaten und Kartoffeln im Hochbeet zusammen pflanzen?
Nein, dort ist die Konkurrenz besonders groß und die Gefahr durch Kraut- und Braunfäule steigt.

Wie weit entfernt sollte man Tomaten von Kartoffeln pflanzen?
Mindestens 1,5 Meter Abstand, besser mehr.

Welche Pflanzen passen besser zu Tomaten?
Basilikum, Knoblauch, Zwiebeln und Ringelblumen.

Welche Pflanzen passen besser zu Kartoffeln?
Bohnen, Kohlarten, Spinat und Kapuzinerkresse.

Bildquellen

  • Bodenprofil mit konkurrierenden Wurzeln: Erde und Ernte
  • Braunfäule-Flecken: Erde und Ernte
  • gute Beetnachbarn: Erde und Ernte
  • Tomaten Kartoffeln nebeneinander: Erde und Ernte

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