Kartoffeln kennst du schon. Aber wenn die erste Zwiebel im Flur weich wird, der Hokkaido braune Flecken bekommt oder der Weißkohl nach drei Wochen schwitzt, merkst du: Zwiebeln, Kürbis und Kohl lagern braucht mehr als einen dunklen Raum. Es geht um Grad-Bereiche, Luftfeuchte-Prozente und vor allem um Abstand – zu Kartoffeln, zu Äpfeln, zu Tomaten. In diesem Artikel erfährst du, wie du dein Wintergemüse monatelang frisch hältst, auch ohne klassischen Vorratskeller, welche Temperatur-Ranges entscheidend sind und wie du mit wöchentlichen Kontrollrunden Fäulnis und Keimung vorbeugst.
Inhaltsverzeichnis
Warum Zwiebeln nicht neben Kartoffeln gehören

Zwiebeln lagern bedeutet: trocken, dunkel und kühl. Soweit die Theorie. In der Praxis packen viele Gartenanfänger Zwiebeln und Kartoffeln in dieselbe Kiste oder ins selbe Regalfach – und wundern sich, wenn nach zwei Wochen die ersten Zwiebeln Keime treiben oder weich werden. Der Grund: Kartoffeln geben Feuchtigkeit ab, und Zwiebeln mögen genau das nicht. Sie brauchen eine relative Luftfeuchte unter 70 Prozent, während Kartoffeln höhere Werte tolerieren.
Zusätzlich setzen Kartoffeln Ethylen frei, ein Reifegas, das Zwiebeln schneller altern lässt. Das Bundeszentrum für Ernährung warnt explizit vor dieser Kombination. Lagere Zwiebeln daher mindestens zwei Meter entfernt von Kartoffeln, am besten in Netzen oder luftigen Zwiebeltöpfen aus Ton. Diese sorgen für Luftzirkulation und verhindern Schimmelbildung. Wenn du keinen Keller hast, funktioniert ein kühler Flur oder Abstellraum genauso – Hauptsache, die Temperatur liegt zwischen 0 und 10 Grad Celsius und die Luft ist trocken.
Ein weiterer Vorteil von Netzen: Du siehst sofort, wenn eine Zwiebel anfängt zu faulen, und kannst sie entfernen, bevor sie die anderen ansteckt. Zwiebeltöpfe aus Keramik mit Luftlöchern sind eine stylishe Alternative, wenn der Lagerraum gleichzeitig Durchgangsbereich ist. Vermeide Plastikbeutel komplett – die stauen Feuchtigkeit und fördern Schimmel binnen Tagen.
Kürbis lagern: Temperatur und Sorte entscheiden über Monate

Kürbis lagern ist eine Frage der Sorte und der Grad-Genauigkeit. Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis und Spaghetti-Kürbis haben unterschiedliche Haltbarkeiten, aber alle teilen eine Gemeinsamkeit: Sie mögen es warm – wärmer als Zwiebeln oder Kohl. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 12 und 15 Grad Celsius bei einer relativen Luftfeuchte von 50 bis 70 Prozent. Alles unter 10 Grad schadet der Zellstruktur, der Kürbis bekommt weiche Stellen oder Frostschäden.
Hokkaido hält sich unter optimalen Bedingungen drei bis fünf Monate, Butternut sogar bis zu sechs Monate, Muskatkürbis etwa vier Monate und Spaghetti-Kürbis zwei bis drei Monate. Entscheidend ist, dass der Kürbis bei der Ernte voll ausgereift ist – erkennbar am korkigen, trockenen Stiel. Ist der Stiel noch grün oder weich, fault der Kürbis schneller. Lass ihn nach der Ernte ein bis zwei Wochen an einem warmen, luftigen Ort nachtrocknen, bevor du ihn ins Lager bringst.
Lagere Kürbisse einzeln auf Holzlatten oder Regalbrettern, nie direkt auf Beton oder übereinander gestapelt. Jede Druckstelle wird zur Eintrittspforte für Schimmel. Kontrolliere wöchentlich den Stielansatz – dort zeigen sich die ersten Fäulnis-Anzeichen. Wenn du keinen Keller hast, funktioniert ein kühler Schrank oder ein unbeheiztes Gästezimmer. Vermeide beheizte Wohnräume, dort sinkt die Haltbarkeit auf wenige Wochen.
Kohl lagern: Kalt, feucht und kopfüber

Weißkohl lagern ist das Gegenteil von Kürbis lagern: kalt und feucht statt warm und trocken. Weißkohl, Rotkohl und Wirsing brauchen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt – idealerweise zwischen 0 und 4 Grad Celsius – und eine sehr hohe relative Luftfeuchte von 90 bis 95 Prozent. Diese Bedingungen findest du in klassischen Vorratskellern oder gut isolierten Erdmieten. Ohne Keller wird es schwierig, aber das Gemüsefach des Kühlschranks ist eine brauchbare Notlösung für kleinere Mengen.
Die traditionelle Methode: Kohl kopfüber am Strunk aufhängen. Lass dazu ein Stück Strunk dran, binde eine Schnur fest und hänge den Kohlkopf an einem Haken im Keller auf. Die äußeren Blätter bleiben dran – sie schützen die inneren Schichten vor Austrocknung. Diese Methode funktioniert bis zu sechs Monate, vorausgesetzt, der Raum ist kalt genug. Alternativ kannst du Kohlköpfe in Holzkisten mit Luftschlitzen lagern, auf Stroh gebettet, damit keine Druckstellen entstehen.
Wichtig: Kohl niemals neben Äpfeln oder Tomaten lagern. Beide produzieren Ethylen, das Kohl schneller welken lässt. Auch die Nähe zu Zwiebeln oder Kürbissen ist problematisch, weil deren Lagerbedingungen (trocken bzw. warm) nicht zu Kohl passen. Wirsing ist weniger lagerfähig als Weiß- oder Rotkohl – maximal drei Monate. Kontrolliere wöchentlich, ob sich Kondensationstropfen auf den Blättern bilden. Wenn ja: Raum lüften oder die Unterlage wechseln.
Lagerung ohne Keller: Drei praxistaugliche Alternativen
Nicht jeder hat einen kühlen Altbaukeller mit konstanten 8 Grad. Aber auch in der Wohnung oder im Haus ohne Keller kannst du Zwiebeln, Kürbis und Kohl lagern, wenn du die richtigen Nischen nutzt. Erste Option: kühler Flur oder Treppenhaus. Viele Mehrfamilienhäuser haben unbeheizte Treppenhäuser, die im Winter Temperaturen zwischen 5 und 12 Grad halten. Hänge dort Zwiebelnetze auf, stelle Kürbisse auf ein Regalbrett – aber achte darauf, dass keine Heizung in der Nähe ist.
Zweite Option: Schrank oder Abstellraum mit Luftzirkulation. Ein unbeheizter Vorratsschrank in der Küche oder ein Abstellraum an der Nordseite des Hauses kann funktionieren. Lege die Zwiebeln in Pappkartons mit gestanzten Luftlöchern, die Kürbisse auf Holzbretter. Platziere ein günstiges Thermometer-Hygrometer-Kombi (ab 8 Euro) im Schrank, um Temperatur und Luftfeuchte zu überwachen. Ziel: unter 15 Grad für Kürbis, unter 10 Grad für Zwiebeln.
Dritte Option: Balkon oder Loggia mit Frostschutz. Wenn dein Balkon überdacht und nach Norden ausgerichtet ist, kannst du dort im Winter Kohl in isolierten Styroporkisten lagern. Wichtig: Decke die Kisten bei Frost unter minus 5 Grad mit einer Decke ab, damit der Kohl nicht durchfriert. Zwiebeln und Kürbis vertragen keinen Frost – sie bleiben besser drinnen. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung, auch im Winter. UV-Licht lässt Zwiebeln keimen und Kürbisse schrumpfen.
Erdmiete bauen: Kurzbauanleitung für Selbstversorger
Eine Erdmiete ist die klassische Lösung für alle, die größere Mengen Wintergemüse ohne Keller lagern wollen. Sie ist im Prinzip eine isolierte Grube im Boden, die durch Erdschichten und Stroh eine konstante Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt hält. Für Kohl, Rüben und Wurzelgemüse ideal – für Zwiebeln ungeeignet (zu feucht), für Kürbis ebenfalls (zu kalt).
Materialliste: Spaten, Sand oder lockere Erde, Stroh oder Laub, Holzbretter oder Gitter, Maschendraht (gegen Wühlmäuse), wasserdichte Plane oder Teichfolie. Schritt eins: Grabe eine Mulde, etwa 50 Zentimeter tief und so breit, wie dein Gemüsevorrat es braucht. Wähle einen Standort mit leichtem Gefälle, damit Regenwasser abfließt – nie in Senken oder hochwassergefährdeten Bereichen. Schritt zwei: Lege den Boden mit Maschendraht aus, dann eine Schicht Sand (5 Zentimeter) für die Drainage.
Schritt drei: Stapel das Gemüse locker, umgeben von Stroh oder Laub als Isolierung. Lege Holzbretter oder ein Gitter als Zwischendecke auf, darüber wieder Stroh. Schritt vier: Decke alles mit einer Plane ab, beschwere sie mit Erde (20 bis 30 Zentimeter dick). Lass einen kleinen Luftschacht frei – ein senkrecht gestelltes Rohr oder Bündel Stroh, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Schritt fünf: Markiere die Stelle, damit du die Erdmiete im Winter bei Schnee wiederfindest.
Vorteil gegenüber dem Keller: Die Erdmiete hält Temperaturen extrem stabil, auch bei Minusgraden. Nachteil: Du musst die Miete öffnen, um Gemüse zu entnehmen – im tiefsten Winter Arbeit. Außerdem lockt eine schlecht gesicherte Erdmiete Wühlmäuse an. Kontrolliere im Herbst, ob der Maschendraht dicht ist, und prüfe nach Starkregenfällen, ob Wasser eingedrungen ist. Stehendes Wasser lässt das Gemüse binnen Tagen faulen.
Wöchentliche Kontrollrunden: So erkennst du Fäulnis früh
Zwiebeln, Kürbis und Kohl lagern ist keine Einmal-Aktion. Selbst unter perfekten Bedingungen können einzelne Exemplare anfangen zu faulen, zu keimen oder auszutrocknen. Eine wöchentliche Kontrollrunde rettet dir den Vorrat. Nimm dir alle sieben bis zehn Tage eine Viertelstunde, um jedes gelagerte Gemüse kurz zu inspizieren.
Bei Zwiebeln: Fühle jede Zwiebel im *Netz an. Ist eine weich oder riecht muffig? Sofort aussortieren. Siehst du grüne Keime? Die Zwiebel ist noch essbar, aber verbrauche sie zeitnah – sie hält nicht mehr lange. Braune, trockene Schalen sind normal, solange die Zwiebel fest bleibt. Bei Kürbissen: Prüfe den Stielansatz. Wird er weich oder zeigen sich dunkle Flecken? Der Kürbis fault von dort aus. Drehe den Kürbis alle zwei Wochen leicht, damit keine Druckstellen entstehen. Wenn die Schale schrumpelig wird, ist das ein Zeichen für zu trockene Luft – erhöhe die Luftfeuchte oder verbrauche den Kürbis.
Bei Kohl: Kontrolliere die äußeren Blätter. Werden sie gelb oder schleimig? Entferne sie vorsichtig. Bildet sich Kondenswasser auf den Blättern? Dann ist die Luftfeuchte zu hoch oder die Luftzirkulation zu schwach – lüfte den Raum oder wechsle die Unterlage. Ein leichter Kohlgeruch ist normal, ein fauliger Geruch bedeutet: sofort aussortieren, bevor der Schimmel auf Nachbar-Köpfe überspringt.
Nutze das FIFO-Prinzip: First in, first out. Beschrifte deine Kisten oder Netze mit Erntedatum. Verbrauche zuerst das älteste Gemüse, auch wenn es noch gut aussieht. So vermeidest du, dass im März plötzlich alle Zwiebeln gleichzeitig keimen oder im April der letzte Kürbis fault.
Die 5 häufigsten Lagerfehler und wie du sie vermeidest
Fehler eins: Zwiebeln und Kartoffeln in derselben Kiste. Lösung: Mindestens zwei Meter Abstand, separate Behälter, trockene Luft für Zwiebeln. Fehler zwei: Kürbis zu kalt lagern. Unter 10 Grad bekommt der Kürbis Kälteschäden, die Schale wird fleckig, das Fruchtfleisch schwammig. Lösung: Temperatur konstant zwischen 12 und 15 Grad halten, notfalls im unbeheizten Gästezimmer statt im kalten Keller.
Fehler drei: Kohl neben Äpfeln oder Tomaten. Ethylen-produzierendes Obst lässt Kohl schneller welken und verfärben. Lösung: Gemüse und Obst strikt trennen, separate Regalfächer oder Räume nutzen. Fehler vier: Gemüse nicht nachtrocknen lassen. Zwiebeln, die direkt nach der Ernte eingelagert werden, schimmeln schneller. Kürbisse mit weichem Stiel ebenso. Lösung: Zwiebeln ein bis drei Wochen an einem luftigen, schattigen Ort trocknen lassen, Kürbisse mit korkigem Stiel ernten oder nachtrocknen lassen.
Fehler fünf: Keine regelmäßige Kontrolle. Einmal eingelagert, nie wieder angeschaut – bis im Frühjahr die halbe Ernte verdorben ist. Lösung: Wöchentliche Kontrollrunde, Fäulnis sofort entfernen, Lagerplatz bei Bedarf anpassen (lüften, Unterlage wechseln, Temperatur korrigieren).
Temperatur und Luftfeuchte im Blick: Messwerte für Anfänger
Ohne Thermometer und Hygrometer lagerst du im Blindflug. Ein einfaches Kombigerät kostet ab 8 Euro und zeigt dir, ob dein Lagerraum die richtigen Bedingungen bietet. Zielwerte für Zwiebeln: 0 bis 10 Grad Celsius, relative Luftfeuchte unter 70 Prozent. Zielwerte für Kürbis: 12 bis 15 Grad Celsius, relative Luftfeuchte 50 bis 70 Prozent. Zielwerte für Kohl: 0 bis 4 Grad Celsius, relative Luftfeuchte 90 bis 95 Prozent.
Wenn die Werte nicht stimmen, hast du mehrere Stellschrauben. Zu warm? Lüfte nachts, wenn es draußen kälter ist, oder lagere in einem kühleren Raum. Zu kalt? Isoliere den Lagerplatz mit Styropor oder verlagere das Gemüse nach drinnen. Zu trocken? Stelle eine Schale Wasser im Raum auf (nicht direkt neben dem Gemüse) oder hänge feuchte Tücher auf. Zu feucht? Lüfte öfter, nutze luftigere Behälter (Netze statt Kisten) oder streue Zeitungspapier unter das Gemüse, das Feuchtigkeit aufsaugt.
Achte auf Schwankungen: Tägliche Temperatursprünge von mehr als 5 Grad stressen das Gemüse. Konstanz ist wichtiger als der exakte Wert. Ein Keller mit stabilen 8 Grad ist besser als ein Raum, der zwischen 4 und 12 Grad pendelt.
Sortenliste: Welcher Kürbis hält wie lange?
Nicht jeder Kürbis ist ein Lagerwunder. Hokkaido hält sich drei bis fünf Monate, ist robust und verzeiht kleine Temperaturschwankungen. Butternut ist der Champion unter den Lagerkürbissen – bis zu sechs Monate bei 12 bis 15 Grad, vorausgesetzt, die Schale ist unbeschädigt. Muskatkürbis schafft etwa vier Monate, ist aber empfindlicher gegenüber Druckstellen. Spaghetti-Kürbis hält nur zwei bis drei Monate, nutze ihn zuerst.
Zierkürbisse und unreife Kürbisse sind nicht lagerfähig. Sie faulen binnen Wochen. Patisson und Rondini (Zucchini-Verwandte, die oft als Kürbis verkauft werden) halten maximal zwei Wochen im Kühlschrank, nicht im Lager. Achte beim Kauf oder bei der Ernte auf feste Schale und trockenen Stiel – das sind die wichtigsten Indikatoren für Lagerfähigkeit.
FAQ

Kann ich Zwiebeln im Kühlschrank lagern?
Ganze Zwiebeln gehören nicht in den Kühlschrank – dort ist es zu feucht, und sie werden weich oder schimmeln. Angeschnittene Zwiebeln kannst du in einer Frischhaltefolie oder Box im Kühlschrank maximal drei bis vier Tage aufbewahren. Für Langzeitlagerung nutze lieber Netze oder Zwiebeltöpfe an einem kühlen, trockenen Ort.
Wie lange hält Kürbis nach dem Anschneiden?
Angeschnittener Kürbis hält im Kühlschrank etwa drei bis fünf Tage, eingewickelt in Frischhaltefolie oder in einer verschlossenen Box. Die Schnittfläche trocknet schnell aus – schneide vor dem Kochen eine dünne Schicht ab. Für längere Haltbarkeit: Kürbis in Würfel schneiden und einfrieren, dann hält er mehrere Monate.
Warum fault mein Kohl trotz kühler Lagerung?
Mögliche Ursachen: zu hohe Luftfeuchte ohne ausreichende Belüftung, Druckstellen durch falsches Stapeln, Nähe zu Ethylen-produzierenden Früchten (Äpfel, Tomaten) oder bereits beschädigte Blätter bei der Einlagerung. Kontrolliere die Lüftung, entferne äußere welke Blätter und lagere Kohl einzeln oder kopfüber aufgehängt.
Kann ich Erdmiete und Keller kombinieren?
Ja, viele Selbstversorger nutzen den Keller für Zwiebeln und Kürbis (wärmer, trockener) und die Erdmiete für Kohl, Rüben und Wurzelgemüse (kälter, feuchter). So holst du das Beste aus beiden Lagermethoden heraus. Achte darauf, dass die Erdmiete gut vor Nässe geschützt ist und der Keller nicht zu warm wird.
Wie erkenne ich, ob eine Zwiebel noch gut ist?
Drücke die Zwiebel leicht. Ist sie fest und die Schale trocken und raschelt, ist sie gut. Weiche Stellen, muffiger Geruch oder sichtbarer Schimmel bedeuten: entsorgen. Grüne Keime sind ein Zeichen für beginnende Alterung – die Zwiebel ist noch essbar, schmeckt aber bitterer. Verbrauche sie zeitnah.
Muss ich Kürbis vor dem Lagern waschen?
Nein, wasche Kürbis nicht vor dem Lagern. Feuchtigkeit fördert Schimmel. Entferne groben Schmutz mit einem trockenen Tuch oder einer weichen Bürste. Die natürliche Wachsschicht auf der Schale schützt den Kürbis – beschädige sie nicht durch Waschen oder Reiben.
Kann ich Wirsing genauso lange lagern wie Weißkohl?
Nein, Wirsing ist weniger lagerfähig. Weißkohl und Rotkohl halten bis zu sechs Monate, Wirsing maximal drei Monate. Seine Blätter sind dünner und trocknen schneller aus. Lagere Wirsing kühl und feucht, aber verbrauche ihn zuerst.
Was mache ich, wenn mein Lagerraum zu warm ist?
Nutze die kühlsten Stunden: Lüfte nachts oder frühmorgens, wenn die Außentemperatur niedriger ist. Verlagere das Gemüse in kühlere Bereiche (Nordseite, Treppenhaus, unbeheizter Raum). Für kleine Mengen: Kühlschrank nutzen (Kohl, Wirsing). Für größere Mengen: Überlege, eine Erdmiete im Garten anzulegen oder Gemüse mit Nachbarn zu teilen, die einen kühleren Keller haben.
Wie verhindere ich, dass Zwiebeln keimen?
Zwiebeln keimen, wenn es zu warm oder zu feucht ist. Halte die Temperatur unter 10 Grad und die Luftfeuchte unter 70 Prozent. Lagere Zwiebeln dunkel – Licht fördert Keimung. Kontrolliere wöchentlich und entferne keimende Zwiebeln sofort, damit sie nicht die Nachbarn anstecken. Vermeide die Nähe zu Kartoffeln (Feuchtigkeit) und Äpfeln (Ethylen).
Welche Kürbisse sind nicht lagerfähig?
Zierkürbisse, unreife Kürbisse, Patisson, Rondini und die meisten Sommerkürbisse (Zucchini-Typen) sind nicht lagerfähig. Sie faulen binnen Wochen. Lagerfähig sind Winterkürbisse mit harter Schale und korkigem Stiel: Hokkaido, Butternut, Muskat, Spaghetti-Kürbis. Achte beim Kauf auf die Bezeichnung „Winterkürbis“ und teste die Schale – sie sollte so hart sein, dass du sie mit dem Fingernagel nicht einritzen kannst.
Fazit
Zwiebeln, Kürbis und Kohl lagern ist kein Rätsel, wenn du die Grundregeln kennst: Zwiebeln mögen es trocken und kühl, Kürbis warm und luftig, Kohl kalt und feucht. Der größte Fehler ist, alle drei zusammen in einen Raum zu packen und auf das Beste zu hoffen. Trenne dein Wintergemüse nach Temperatur- und Feuchte-Ansprüchen, halte Abstand zu Ethylen-Produzenten wie Äpfeln und Kartoffeln und kontrolliere wöchentlich, ob sich Fäulnis anbahnt. Auch ohne Keller hast du Optionen – vom kühlen Flur über isolierte Balkonkisten bis zur selbstgebauten Erdmiete. Mit einem einfachen Thermometer-Hygrometer für 8 Euro siehst du sofort, ob dein Lagerplatz passt oder ob du nachjustieren musst. Probiere es aus, dokumentiere deine Erfahrungen und passe die Methode an deinen Raum an. Dein Wintervorrat wird es dir danken – und im Februar hast du immer noch feste Zwiebeln, knackigen Kohl und aromatischen Kürbis, während andere im Supermarkt stehen.
Bildquellen
- Zwiebeln luftig lagern: Erde und Ernte
- Kürbis richtig lagern: Erde und Ernte
- Kohl kühl und feucht: Erde und Ernte
- Vorratskeller-Setup: Erde und Ernte
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